Vor dreißig Jahren trafen sich in Backnang gleichgesinnte Künstlerinnen und Künstler und gründeten die Backnanger Künstlergruppe. Nicht wenige sind heute noch Mitglieder, wie beispielsweise ihre langjährige Vorsitzende und unermüdliche Kämpferin für die Kunst, Elke Vetter. Die Einsicht hat sie damals zusammengeführt, dass zum einen auch in einer Stadt wie Backnang die Bildende Kunst eine Rolle spielen müsse, und dass das am besten gehe, wenn man nicht darauf warte, dass das andere bewerkstelligen. Zum anderen setzte man darauf, dass man gemeinsam viel mehr erreichen kann, als dies lauter Einzelkämpfer alleine vermögen – eine Hoffnung, die sich im Rückblick voll erfüllt hat.

Die Gründung eines Vereins mag da nicht jedem sofort als die naheliegendste aller Konsequenzen erscheinen, stehen doch gerade Künstler im Ruf, Individualisten zu sein, die um ihre Profilierung als Schöpfer einzigartiger, unnachahmlicher Werke bemüht sind und sich von anderen möglichst stark unterscheiden möchten, jedenfalls alles eher meiden, was mit Gruppengeist und Gleichförmigkeit einhergeht. Die Mitglieder der Backnanger Künstlergruppe haben aber von Anbeginn verstanden, dass das eine das andere nicht ausschließen muss, dass man sehr wohl
künstlerisch sehr unterschiedlich arbeiten, dies auch mit Respekt voreinander und im Austausch miteinander leben – und dennoch gemeinsam für die Sache der Kunst etwas tun kann, im eigenen Umfeld und den eigenen Möglichkeiten entsprechend. Und das ist gar nicht so wenig. Man stelle sich vor, es hätte die Gruppe nicht gegeben in Backnang: Da wäre die Stadt um so manches ärmer. Nicht nur um viele interessante Ausstellungen und nachhaltige Projekte, um so manch fruchtbare Kontakte und Austausche, auch mit den Partnerstädten, sondern auch um eine kunstpolitische Stimme, die stets bereit war, die Stadt zu unterstützen und kompetent zu beraten. Und vielleicht auch um die ein oder andere Institution, für die sie Wegbereiter war, wie etwa die städtische Galerie. Das Engagement der Gruppe war und ist vorbildlich, denn es stellt sich stets, weit über erwartbare Berufsgruppen-Interessen hinausgehend, in den Dienst der Allgemeinheit.

Dafür gebühren der Backnanger Künstlergruppe Dank und Anerkennung.

Martin Schick